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Fiat 500x vs. Diaet-Cola
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Allgemein
Ich habe meiner Schwester verboten, je wieder ein Auto zu kaufen, ohne mich vorher zu konsultieren. Die Gruende dafuer liegen in einer Vergangenheit voller Polizei, Richterbeschluessen und in Bargeld zurueckgerollten Transaktionen, bei denen der grosse Bruder (ich) ernst guckend danebenstehen musste. Sie ist einfach leicht zu begeistern, was in einem Schwimmbecken voller als Delfine verkleideter Tigerhaie ein hilfsbeduerftiges Verhalten darstellt. Der erste Beduerftigkeitsbeweis war ein Toyota Auris Hybrid, den sie für reines Landstraßenpendeln kaufen wollte, wo die Batterie nur (teurer) Ballast gewesen waere. Doch ein richtiges Dankesstossgebet war faellig, als ein Haendler ihr einen Fiat 500L aufschwatzen wollte, diese scheusslichste Hauttransplantation seit dem ersten Porsche Cayenne. Wie der Cayenne ein VW Touareg war, der die Haut eines barbarisch ermordeten 911 trug, sieht der 500L aus wie Hannibal "Renault Kangoo" Lecter, der sich eine gehaeutete kleine Frau 500 uebergezogen hat. Jetzt bin ich zufaellig in einen Fiat 500X gestolpert. Vielleicht sollte ich praeventiv die Schwester anrufen.

Man muss Fiat ja das eine Kompliment machen: Der 500X schaut nicht ganz so schlimm aus wie der 500L, sondern nur in etwa so schlimm wie seine Konkurrenten, zum Beispiel der Nichtmini Countryman. Wie alle diese Stadtstoeckelschuhe wurde auch der X gebaut, damit Schwestern damit durch die Stadt gurken und dabei hoeher sitzen koennen. Fahrverhalten, Komfort, Stauraum, Sicht, Wirtschaftlichkeit und alle anderen Handwerkerargumente verschwinden vollkommen im Windschatten des einzigen großen Verkaufsargument: Mode. Wir haben laengst noch nicht den "Peak SUV" erreicht, ganz Genf stand wieder voller Stoeckeleimer.
Fahrverhalten ist aus. Kommt auch nimmer rein.

Was die SUV-ties erfreut, deprimiert den klassischen Autofan. Ich dachte immer, es gibt das idiotensichere Auto nicht, weil Idioten immer noch idiotischere Dinge einfallen, mit denen sie sich wehtun koennen, aber der 500X gibt sich jede Muehe, so zu sein. Das passt zur Zielgruppe, die ja nicht fahren will, sondern nur ankommen. Das erstickt aber auch jede Form von Fahrfreude schon vor dem Keimen. Der 500X dreht dir den elektronischen Gashahn schon bei Kurvengeschwindigkeiten aequivalent (Einer eisenbeschlagenen Holzradkutsche auf Eis) zu. Dann stehst du auf dem Pedal und deine barocke Oestrogengeschwulst eiert dich ums Eck, als waerst du vierzehn und zum ersten Mal heimlich in Papas Traktor unterwegs. Nur langsamer.

Erstaunlicherweise hat dieses Auto einen "Sport"-Button. Wenn man darauf drückt, erscheinen Zielflaggen auf einem Bildschirm und du darfst ein halbes km/h schneller ums Eck fahren. Irgendwas abschalten zum Herumalbern oder auch nur zur Lösung eines Problems im Schnee ist nicht vorgesehen, weder für Idioten noch für Herumalberer oder Problemehaber. Als Ersatz für echtes Fahrerleben hat Fiat ein Fahrwerk gebaut, das trampelt, kracht und generell einiges tut, um sich als schnell zu verkaufen, außer halt schnell zu sein in Sachen Kurvengeschwindigkeit. Man stelle sich Sigmar Gabriel vor, der sich auf die Sonnenbank legt und sich mit Edding schwarzes Gesichtshaar malt, um in der F1-Boxengasse als Lewis Hamilton durchzugehen. Nur peinlicher.

Wir wissen aus der Zulassungsstatistik, dass sich das ganze Segment des 500X gut verkauft. Wie nennen wir dieses Segment? "Kompakt-Crossover" habe ich als Klassenbegriff gelesen, genauso wie den angenehm alkoholisch klingenden "Stadt-SUV" und den aus Amerika althergebrachten "Softroader" mit verkleinernden Adjektiven. Wir koennten auch einfach kategorisch "Kackstuhl" sagen, oder meinetwegen "Kompakt-Kackstuhl", kurz "KK". Also, wir wissen, dass es einen starken Markt gibt, dessen Kunden sich nicht dafuer interessieren, wie das faehrt, solange man hoch sitzt. Eine nordkoreanische Gaspedalzensur hat hier nur Vorteile, denn Tests sagen, dass "KK" wie jedes SUV im Vergleich zur auf Normalhoehe gelegten KFZ-Varianten einer etwa achtfach erhoehten Ueberschlagswahrscheinlichkeit unterliegen und von Leuten gefahren werden, die gegenueber ihrer modedesinteressierten Kontrollgruppe noch einmal einer geschätzt mindestens achtfach erhoehten Ueberschlagswahrscheinlichkeit unterliegen, hauptsaechlich wegen Selfies am Steuer. Da hat Fiat schon alles richtig gemacht. Wer einen 500X kauft, steht in intimem Kontakt zur inneren Jette Joop. Doch Fiat will diesen Eimer auch Leuten andrehen, die keine Ahnung haben wollen, wer die Joops sind – traurigerweise ueber das Mittel des Mogelpackung-Marketings.
Diet Jeep

Holen wir aus: Die Coca Cola Company stellt in den USA seit ueber 120 Jahren eine beliebte koffeinierte Zuckersuppe her. Zu Beginn der Achtziger nahm die Mode, schlank zu sein, wieder Fahrt auf. Die Company reagierte mit einem neuen Produkt: Zuckersuppe ohne Zucker. Die "Diet Coke" war geboren, die in Deutschland unter "Coca Cola Light" bekannt wurde. Die Zuckersuppe ohne Zucker ersetzte also die nach Wasser zweite Hauptzutat durch einen weitestgehend wirkungslosen Aromastoff. Nicht trotzdem, sondern genau deswegen stellte sich die Diet Coke als riesiger Erfolg heraus. Die Parallelen zwischen koffeinierten Zuckersuppen ohne Zucker und hochgelegten Fahrzeugen ohne Fahrgefuehle sind unuebersehbar. Es gab bei beiden nur ein Problem: Maenner. Trotz aller Versuche einer Erziehung zu sich gleich verhaltenden Menschen lassen sich hormonbedingte Verhaltensweisen in der Realität nicht ausrotten. Eine dieser Verhaltensweisen laesst uns negativ darauf reagieren, wenn wir in Assoziation zum gegenueberliegenden Geschlecht gestellt werden. Frauen wollen mehrheitlich nicht als zu maskulin gesehen werden, Maenner nicht als zu feminin.

Maenner empfanden die Diet Coke trotz geschmacklicher Akzeptanz als etwas weibisch, weil ihre Farbgestaltung hell ist und sowohl "Diet" als auch "light" den Befragten zufolge eher der femininen Seite des Kühlregals zuzuordnen seien. Sie hegten also keinerlei Abneigung gegen Zuckersuppen ohne Zucker, genauso wenig, wie aehnlich Befragte wohl Abneigung gegen Fahrzeuge ohne Fahrgefuehle hegen. Es ging ihnen nur um die Verpackung, um die Praesentation. Die war schnell geändert: "Coca Cola Zero" ward geschaffen, eine Zuckersuppe ohne Zucker in schwarz statt weibersilber und ohne die Weiberworte "light" oder "Diet". In der Art aber letztendlich gleich. Die Zero-Schoepfung ist hoechst erfolgreich und von hoechstem Unterhaltungswert, wenn Kaeufer Gemeinsamkeiten mit Light mit heisser Luft hinwegpusten wollen, aus welchem Grund auch immer.

Der Fiat 500X ist eine Diet Coke. Der Fiat-Konzern brauchte also eine Zero-Variante ohne Sichtoestrogen, um das Zeug besser an Maenner
vermarkten koennen. Das ist der Jeep Renegade: selbes Rezept, anders praesentiert. Im Resultat fühlt sich dieselbe Technik durch ihre minimalen Aenderungen auch anders an. Aber wie eine Diet Coke dich nie so uebertakten kann wie eine Coke mit ihren drei Kilogramm Zucker, so wird aus einem Renegade nie ein Wrangler. Der Renegade traegt nur die abgezogene Haut eines Wranger, und sie haengt an ihm uebergroß wie ein Zelt. Wenn du dich also für einen Renegade interessierst, lieber Mann, dann erliege nicht Fiats Fake, sondern pruefe, ob es nicht lieber ein (auch gebrauchter) Wrangler (Rubikon!) werden sollte, wenn es denn Jeep sein soll. Wie der Renegade hat auch der Wrangler im Alltag nur Nachteile gegenueber einem Ford Focus. Aber am Wochenende kannst du damit offen durch die Kiesgrube ballern und dir nach dem obligatorisch vollidiotischen Ueberschlag die Ueberlebensfreude aus dem Brustkorb trommeln. Der Renegade ist nur eine leere Hornbachkataloghuelle, in der eine Brigitte liegt. Bevor ich so einen Fake fahre, mach ich mir lieber die Haare schoen und stoeckele im 500X in die Stadt.


(Quelle: heise.de/autos/artikel/Klartext-Die-Lehren-der-Diaet-Cola-3130997.html?artikelseite=3)

Bemerkung: Ich habe diesen Artikel auf der Arbeit gelesen ( in der Pause ) und moeche ihn Euch nicht vorenthalten.
Gruss Leon

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